Rezension "Mädchen aus Papier" von Sina Flammang





  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: cbt (20. März 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570164608
  • ISBN-13: 978-3570164600
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren



“Meine Schwester ist das gestohlene Meisterwerk. Ich bin nur die Fälschung.“


Mari ist drei, als ihre Schwester in einem Kaufhaus spurlos verschwindet. Seit Mari sich erinnern kann, schwebt der Schatten der verlorenen Tochter über der Familie und lässt die Verschwundene beinahe realer scheinen als sie selbst. Als Annika nach zwölf Jahren wie aus dem Nichts wieder auftaucht, sind alle überfordert von diesem Geistermädchen, das verschlossen, unzugänglich und geheimnisvoll ist. Während die Eltern krampfhaft heile Welt spielen, fühlt Mari sich mehr und mehr verdrängt. Bis ihr irgendwann nichts anderes übrig bleibt, als selbst zu verschwinden. Zusammen mit ihren Freunden Clementine und Ole macht sie sich auf einen irrwitzigen Trip nach Italien – um am Ende doch zurückzufinden.


Quelle Bild und Text




Zum Buch



Ich muss ehrlich zugeben, dass das Cover mich eigentlich kaum anspricht. Einzig allein der tolle Titel und der Klappentext haben mich neugierig gemacht. Nach dem Lesen finde ich es aber wirklich stimmig und kann mich ganz gut damit anfreunden.






Ich danke dem cbt Verlag für dieses Rezensionsexemplar.


Der Einstieg in die Geschichte ist mir anfangs etwas schwergefallen. Der Schreibstil ist ungewöhnlich, hebt sich von der Masse ab. Hat man sich aber erst mal daran gewöhnt, nimmt einen dieser vollkommen gefangen. Man kann ihn als poetisch und atmosphärisch bezeichnen.
 Die Handlung schreitet eher langsam voran, hat sie aber erst einen bestimmten Punkt erreicht, lässt sie einen nicht mehr los.

Die Thematik dieses Buches ist hochaktuell und brisant. Einfühlsam, sensibel und hochgradig authentisch, beschreibt die Autorin die familiäre Situation und die Gefühlswelt der Protagonistin Mari.
Mari wird tiefgründig dargestellt und ich mochte sie sofort. Es ist spannend mitzuerleben, wie sie sich im Laufe der Handlung entwickelt und nach und nach ihre eigenen Gefühle zulässt. Auch ihre Freunde Clementine und Ole sind authentisch gezeichnet worden und der Leser kann sie sich toll vorstellen.
Annika, die zurückgekehrte Schwester, hat mir viele Male eine Gänsehaut beschert. Nur all zu gut konnte ich mir ihr Verhalten bildlich vorstellen und habe über sie spekuliert. Die Autorin hat den Spagat vollkommen geschafft zwischen den Informationen über sie und dem, was man nur erahnen kann. Wirklich grandios.

Die Handlung ist sehr komplex und nach einer kurzen Einstiegsphase auch durchgehend spannend. Die Geschichte wirkt vollkommen echt, greifbar und beschönigt nichts. Auch nach dem Ende besteht keine heile Welt und alle Sorgen und Probleme sind vergessen. Das hat mir besonders gefallen.

Dieses Debüt ist mir unter die Haut gegangen und wirkt noch nach. Ich habe ein Jugendbuch bekommen, dass mich nicht nur gut unterhalten, sondern mich auch vollkommen und in meinem Innersten berührt hat.

Ich werde die Autorin in  guter Erinnerung behalten und freue mich schon auf ihre neuen Werke.





Atmosphärisch, betäubend und schonungslos echt zeigt die Autorin eine aktuelle Thematik auf. Mir hat es wirklich sehr gut gefallen und ich gebe die Höchstwertung mit 5/5 Unendlichkeiten.


1 Kommentar:

  1. Hey Sarah :)
    Eigentlich dachte ich, das Buch wäre nichts für mich, aber ich habe jetzt richtig Lust darauf bekommen *.*
    Bücher, die einen emotional so richtig berühren, finde ich immer klasse =)
    Danke für den Tipp!

    LG ♥
    Anna

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